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Was ist ADHS

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ADHS = Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung im Volksmund auch ADS genannt für Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivität.

Im Gehirn des Menschen mit ADHS entsteht eine dauerhafte Reizüberflutung. Diese Reizüberflutung wird (gemäss verschiedener Definitionen der Schulmedizin) hervorgerufen durch einen Dopaminmangel im synaptischen Spalt, d.h. im Zwischenraum zweier Nervenzellen. Die Reizweiterleitung ist durch den teilweise fehlenden Botenstoff Dopamin gestört. Die Reize können nicht ordentlich verarbeitet werden. Die für ADHS typischen Auffälligkeiten, wie unaufmerksames, impulsives und hyperaktives Verhalten sind auf die Fülle einströmender, unsortierter Reize und deren mangelnde Informationsverarbeitung zurückzuführen.



Wie kann ich feststellen, ob ich ADHS habe?

Woran erkenne ich, ob mein Kind ADHS hat?


Wenn ...

  • Sie und/oder Ihr Kind sehr oft verträumt und/oder unkonzentriert sind,
  • Zimmer, Wohnung und Schultasche wie ein Schlachtfeld aussehen,
  • das morgendliche Fertigmachen regelmäßig in Stress ausartet,
  • vieles trotz bester Absichten immer wieder schief geht,
  • Verabredungen und Sachen oft vergessen werden,
  • Aufgaben und Projekte regelmäßig auf den letzten Drücker erledigt werden,
  • häufig Termine verpasst werden,
  • tausend Ideen und Arbeiten angefangen, aber nur wenige beendet werden,
  • Hausaufgaben und Schreiben zur stundenlangen Qual werden,
  • das Zusammensein mit anderen oft mit Ärger, Aggression und Provokation einhergeht,
  • oft Unruhe und Chaos überhand zu nehmen scheinen.

Diese aufgeführten Probleme scheinen sich teilweise gegenseitig auszuschließen. Hier ist zu unterscheiden, ob man es mit ADS oder ADHS zu tun hat. In der Variante ohne Hyperaktivität (Verträumtheit und Unkonzentriertheit) laufen viele der o.g. Probleme verdeckt ab und sind schwer zu hinterfragen. Die ADS-Variante (ohne Hyperaktivität/auch Hypoaktivität genannt) scheint zum größten Teil Mädchen zu betreffen, während die ADHS-Variante bei Jungen vorherrscht. ADHS (mit Hyperaktivität) ist wesentlich auffälliger und auf den ersten Blick störender.

Zunächst einmal: ADS/ADHS zu haben ist kein Weltuntergang und es handelt sich auch nicht um eine Modeerscheinung! ADS/ADHS ist eine ernst zu nehmende Störung. Für die Betroffenen ist eine korrekte Diagnose und fundierte Information der erste Schritt zur Verbesserung ihrer Situation. ADS/ADHS betrifft Jungen und Mädchen, aber auch Erwachsene, da das Krankheitsbild nicht im eigentlichen Sinn heilbar ist.

ADS/ADHS ist die am häufigsten diagnostizierte psychiatrische Störung im Kindes- und Jugendalter. Man geht davon aus, dass ca. 3-10% eines Jahrgangs ein ADHS mit oder ohne Hyperaktivität haben - viele davon noch immer ohne korrekte Diagnose und angemessene Hilfe.

Menschen mit ADS/ADHS können lernen, mit ihren Schwierigkeiten umzugehen und mit Hilfe von Therapien und durch geeignete Schul- und Berufswahl ein erfülltes und erfolgreiches Leben zu führen. Wichtig sind Geduld und die Konzentration auf die eigenen Stärken! Eltern und Angehörige können diesen Prozess durch Verständnis und Hilfe maßgeblich unterstützen.

[Quelle:  www.adhs-deutschland.de]