FUVIGLM09

Alltag

PDFDruckenE-Mail

Feste Regeln

Feste Regeln sind bei ADHS-Kindern unerläßlich. Ohne strukturierte Abläufe sind die ADHS-Kinder und auch die Eltern überfordert. Man sollte für den kompletten Tagesablauf einen Zeitplan entwickeln, aber Toleranzen einbauen, die dadurch Zeitdruck und Hektik vermeiden. Ein Auflaufen lassen von Aufgaben ist inkonsequent und führt zur Überforderung an späterer Stelle. Die Kontrolle zu erledigender Aufgaben und Pflichten beim ADHS-Kind ist sehr wichtig. Ein zu frühes Einfordern von Selbstständigkeit überfordert das ADHS-Kind. Häufig führt ein Punkte-Plan, mit dem sich das Kind kurz- oder langfristige Belohnungen "erarbeiten" kann, zur Unterstützung im positiven Verhalten.

Konsequenz

Ernstgemeinte und feste Zusagen sind wichtig. Ein "vielleicht" oder "wenn es nicht regnet, gehen wir schwimmen" geht nicht bei ADHS-Kindern. Zusagen müssen eingehalten werden. Sollte vorab nicht klar sein, ob es etwas realisierbar ist, so sollte man die entsprechende Aktion erst dann ankündigen, wenn sie klar feststeht: "so jetzt gehen wir schwimmen". Nicht eingehaltenen Regeln des Kindes, die vorher eindeutig festgelegt werden sollten, müssen entsprechende Konsequenzen z.B. Strafen (kein Fernsehen, kein Nintendo, kein CD-Hören etc.) folgen. Den Versuch zu diskutieren sollte man ignorieren. Eine kurze, knappe Erklärung warum die "Strafe" folgt, reicht aus.

Verhaltensmanagement

Die Eltern sollten ihre Erwartung an das Kind im festen, ruhigen und freundlichenTon formulieren. Tätigkeiten d.h. der Tagesablauf sollte kurz angekündigt werden, damit das Kind informiert ist. Auf Motzen und Trotz ("ich habe keine Lust mit einkaufen zu gehen") sollte man nicht reagieren. An Kleinigkeiten, die das Kind nicht gut macht, sollte man nicht rummeckern, es sollte jedoch eine sofortige Konsequenz für echte Regelverletzungen erfolgen. Häufige Rückmeldungen bezüglich des Vehalten des Kindes sind auch sehr wichtig. Die Anstrengungsbereitschaft des Kindes kann man durch ernst gemeintes Lob verstärken. Wichtig ist das es glaubwürdig wirkt. Bei eigenem Ärger versuchen die Stimme zu senken, den Blick abzuwenden. Angriffe des Kindes nicht persönlich nehmen, da man sich sonst in seinen eigenen Ärger und  seine Wut reinsteigert. Extrembezeichnungen sollte man vermeiden: "Du machst das immer so, nie hörst Du zu..."  Späteres Besprechen der schwierigen Situation bringt mehr, das Kind hat sich dann abgeregt und ist wieder gesprächsbereit.