FUVIGLM09

Schule

PDFDruckenE-Mail

Lehrer

Der Kontakt der Eltern zum Lehrer ist enorm wichtig. Ein Herunterspielen bzw. Verschweigen der Problematik oder Herunterspielen der Probleme führt zu gar nichts. Ein offenes Wort hilft sowohl dem Lehrer als auch den Eltern. Beide Seiten fühlen sich nicht mehr alleine und hilflos. Die Möglichkeit gemeinsam nach Lösungen zu suchen und auch zu finden, ist damit gegeben. Es sollte permanent darauf geachtet werden, daß Lehrer und Eltern sich abstimmen. Die Kontrolle des Kindes und damit auch die Hilfe für das Kind sind sehr wichtig. Gerade ADHS-Kinder haben oft eine extreme "Schulunlust", die dazu führt, dass sie versuchen zu "tricksen" ("ich habe keine Hausaufaufgaben auf, ich habe mein Buch vergessen etc."). Hier ist die Absprache zwischen Eltern und Lehrer einfach erforderlich. Die Idealsituation ist gegeben, wenn der Lehrer das Kind tatsächlich mag und daher auch bereit ist ihm weiterzuhelfen. Informationsmaterial, daß auch die Eltern dem Lehrer zur Verfügung stellen können, wird die Beziehung zum Kind verbessern. Man darf nicht vergessen, daß ein ADHS-Kind zusätzlich zu 20 bis 25 weiteren Kindern, die er auch ausreichend betreuen muß, eine enorme Kraftanstrengung bedeutet.

Unterricht

Ein über ADHS informierter Lehrer sollte Folgendes im Unterricht bzw. in Schulsituationen beachten:

  • das Kind sollte möglichst weit vorne sitzen und Blickkontakt mit dem Lehrer haben
  • Gruppentische führen zur Ablenkung und erhöhter Unaufmerksamkeit des Kindes
  • ein fester Regelplan muß erstellt werden (Belohnung/Konseqenzen/Strafen)
  • in den Pausen sollte das Kind genug Bewegung bekommen
  • auf dem Tisch des Kindes sollten nur benötigte Materialien liegen
  • der Tornister des Kindes sollte übersichtlich und strukturiert sein (Hilfe durch Lehrer und Eltern
  • Wichtige Informationen sollten umgehend (Mitteilungsheft oder telefon. Kontakt) den Eltern mitgeteilt werden
  • der Umgang mit anderen Kindern sollte positiv unterstützt werden d.h. Streitschlichtungen und objektive Klärung von Situationen ist wichtig (ADHS-Kinder fühlen sich aufgrund gestörter Wahrnehmung oft ungerecht behandelt)
  • echtes Lob für positive Leistungen des Kindes sind sehr wichtig
  • dem Kind übertragene Tätigkeiten (Ordnungsdienst etc.) führen zu mehr Selbstbewußtsein und Anerkennung
  • Vermittlung bei Konflikten mit anderen Lehrern, die nicht mit der Problematik vertraut sind

Hausaufgaben

  • feste Zeiten für die Erledigung der Hausaufgaben (bitte prüfen, wann das Kind nicht zu müde etc.)
  • ordentlicher Schreibtisch oder Tisch, auf dem nur die benötigten Materialien liegen
  • ein Zeitlimit setzen, da ansonsten die Gefahr besteht, daß das Kind aufgrund der schlechten Aufmerksamkeit zu lange an den Hausaufgaben sitzt
  • Information an den Lehrer geben, wenn es gar nicht geklappt hat oder nicht alles geschafft wurde
  • eventuell ein Belohnungssystem einführen für die Anstrengung des Kindes (nicht Leistung !!)
  • Hilfe von Dritten in Anspruch nehmen (Hausaufgabenbetreuung/eventuell vorübergehend), falls gar nichts mehr geht